Nichts passiert in Taichung

Dieser Artikel wurde erstellt am: 29.10.2015 - 18:12

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Heute hab‘ ich 40 Euro zum Fenster rausgeblasen und das ärgert mich gewaltig. Die Geschichte dazu ist kurz. Ich bin seit einer Woche in Taiwan. Taipeh war interessant und ich war jeden Tag von morgens bis abends unterwegs. Nachts hab‘ ich versucht, das Rotlichtviertel zu finden. So etwas scheint es hier aber nicht zu geben. Im Internet stand, daß es in der Gegend um den Longshan Tempel und die Wanhua Metro Station früher richtig rund gegangen sein soll.
Ich hab‘ mir das angeschaut und war enttäuscht. An der Metro Station standen einige Damen, die wohl gegen Geld zu allem bereit gewesen wären, aber die meisten von denen waren deutlich über 60 und das ist eigentlich nicht meine Zielgruppe.

Gestern bin ich in Taichung angekommen und heute war ich das erste Mal in einem taiwanesischen Massage Salon.

Massage Salon in Taichung

Ich bin fest davon ausgegangen, daß da drin das Gleiche gemacht wird, wie in den Massage Salons in Thailand. In meiner Vorstellung sah das folgendermaßen aus: Die Massage findet auf dem Boden statt. Der Gast liegt mit dem Gesicht nach oben auf einer Matratze und während die Masseurin seine Füße bearbeitet, freut er sich auf das, was danach kommt.
Die Massage ist dabei nur der Deckmantel nach außen. In Wirklichkeit geht es vielmehr um einen kleinen Extraservice, der zwar nicht im offiziellen Preis mit drin ist, der aber selbstverständlich angeboten wird und das bedeutet, daß man die Masseurin richtig bürsten kann. Das ist gewissermaßen das Sahnehäubchen und der eigentliche Grund, warum man überhaupt in so einen Salon geht. Mit dieser Vorstellung bin ich in den Salon gegangen, aber es kam am Ende alles ganz anders. Ich hab‘ mich für die Ölmassage entschieden, um sicher zu gehen, daß es keine Mißverständnisse gibt.
Es ist immer besser, wenn man im Vorfeld klärt, was gemacht werden soll und vor Allem was nicht. Das setzt aber voraus, daß wenigstens ein Minimum an Kommunikation möglich ist. Ich war ganz sicher, daß das hier so abläuft, wie in Thailand und alles weitere wird sich schon während der Massage finden. Ich hatte auch gehofft, daß die Masseurin mich mit den Füßen am Bauch massieren kann. Dazu sollte sie sich einfach auf meinen Bauch stellen und ein bißchen tanzen.

Als ich in den Raum gekommen bin, in dem es passieren sollte, sind diese Träume ganz schnell zerplatzt. In diesem Raum war eine Massagebank, so wie ich die aus Vietnam kenne. Da war keine Chance auf eine Bauchmassage mit den Füßen und bumsen wäre auf dieser Bank auch völlig unmöglich gewesen. Also hatte ich gehofft, daß die mir wenigstens den Schwanz massiert und das so lange, bis oben eine klebrige milchige Flüssigkeit raus gespritzt kommt. Das war zwar nicht das, was ich wollte, aber immerhin wäre das besser als nichts gewesen.

Die Masseurin war überhaupt nicht mein Typ und auf der Straße hätte ich die wahrscheinlich nicht länger als eine halbe Sekunde angesehen, aber jetzt waren wir zusammen in einem Raum und mußten die nächsten zwei Stunden miteinander auskommen. Als Erstes hat sie die Klimaanlage angemacht und auf 24 Grad gestellt. In dem Moment wußte ich, daß das hier nichts wird. Die Masseurin ist bekleidet und arbeitet angestrengt während der Gast nackt auf der Massagebank liegt und sich nicht bewegt. Nach einer halben Stunde wollte ich die Sache abbrechen denn mir war einfach nur kalt. Ab und zu ist sie mit ihren Händen aber auch an meinen Schwanz gekommen und das war so geil, daß ich es doch noch ausgehalten habe, obwohl mein Schwanz schon längst nicht mehr wollte. Das Gefühl, von einer Frau berührt zu werden ist einfach nur geil und ich war sicher, daß sie mir gleich den Schwanz massieren wird. Aber als die zwei Stunden um waren, durfte ich mich anziehen und gehen. „Danke das war’s. Deine Zeit ist um. Tschüss“.

Bin ich nicht normal oder geht es anderen Gästen auch so? Da will man bei einer guten Massage entspannen und stattdessen liegt man zwei Stunden da und friert. 40 Euro war der Spaß wirklich nicht wert.

Gestern hatte ich ein paar Straßen weiter zufällig rotes Licht in einer dunklen Seitengasse gesehen und ich war sicher, daß ich in dieser dunklen Gasse nun endlich das bekommen konnte, was ich wollte.

Ein Ort, den es eigentlich nicht geben darf

Direkt gegenüber von dieser Gasse war ein Tempel. Für mich war das etwa so, als wenn ein Puff direkt gegenüber von einer Kirche wäre.
Es war gar nicht so einfach, diese Ecke mit dem Puff wieder zu finden und ich bin bestimmt drei Kilometer Umweg gelaufen und am Ende war alles umsonst. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, jetzt in einen taiwanesischen Puff zu gehen. Es gibt da einige sehr üble Krankheiten, die man sich bei solchen Besuchen holen kann, aber die Massage hat mich heiß gemacht und ich wollte jetzt endlich zum Abschuß kommen.

In diesem dunklen Gang waren drei Türen. Alle drei standen offen und das rote Licht war ein deutliches Zeichen, daß ich hier richtig war. Ich bin langsam durch diese Gasse gegangen und hab‘ in das erste Zimmer rein geschaut. Eine Frau im fortgeschrittenen Alter hat mich zu sich rein gewunken. Sie und eine Kollegin haben mich angeschaut und irgend etwas auf Chinesisch zu mir gesagt. Ich bin jetzt eine Woche in Taiwan und ich geb‘ mir wirklich alle Mühe, zumindest die Zahlen zu verstehen, aber da war nichts zu machen. Die Jüngere von den beiden hat einen Stift genommen und „1200 Dollar“ auf einen Zettel geschrieben. 1200 Taiwan Dollar sind etwa 33 Euro. Für das Geld bekommt man in Thailand eine richtig gute Massage mit Bumbum. Ich dachte, daß das wohl ein Sonderpreis für mich ist und der Service normalerweise 1000 kostet. Also hab, ich die 1200 durchgestrichen und 1000 auf den Zettel geschrieben. Das fanden die beiden gar nicht lustig. Die Jüngere sagte, sie sei doch hübsch und in der Tat hatte sie eine beachtliche Oberweite. Ich dachte, die beiden würden mir jetzt erklären, wie arm sie sind und daß ich doch wohl auch 1200 Dollar ausgeben könnte, aber das Spielchen haben die nicht mitgemacht sondern gleich auf die Ausgangstür gezeigt. Jetzt hätte ich natürlich nachgeben können denn ich hätte es auch für 1200 gemacht, aber die wollten mich los werden und wahrscheinlich hätten die es jetzt nicht mal mehr für 1500 gemacht.
Also bin ich zum nächsten Zimmer gegangen und wollte mein Glück da versuchen. Ich dachte, die Frauen im nächsten Zimmer sind froh, daß ich aus dem ersten wieder raus gekommen bin, denn jetzt gibt’s vielleicht was zu verdienen, aber die haben mich gar nicht erst rein gelassen. Eine Dicke, die den Eingang blockiert hat, hat nur laut „No“ gesagt und dann auf ihrem Handy gespielt. Beim dritten Zimmer war es genau das Gleiche. Wenn man es sich mit einer verscherzt, dann hat man bei den anderen wohl auch keine Chance mehr.
Wahrscheinlich gibt es noch viele andere von diesen kleinen dunklen Seitengassen, aber wenn man nicht weiß, wo die sind, dann findet man die nicht.

Vielleicht sollte ich froh sein daß es so gekommen ist. Es gibt einige sehr unangenehme Krankheiten, die man sich bei solchen Damen einfangen kann und da hab‘ ich wirklich keine Lust drauf.

Fazit: Ohne die Hilfe eines Einheimischen kann man es in Taiwan vergessen.

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