Zu meiner Nummer 49 wurde ich gezwungen

Dieser Artikel wurde erstellt am: 01.12.2015 - 21:04

Mit folgenden Kategorien: Frau ohne Namen, Schnellgang, Vietnamesin


Die heutige Nummer war kurz und knapp und im Grunde hab‘ ich das gegen meinen Willen gemacht. Man könnte sogar sagen, die Tussi ist mir aufgezwungen worden.

Bumsen kann so schön sein

Ich vergleiche das Bumsen gerne mit dem Essen denn es gibt viele Parallelen. Man kann ein Essen mit Hingabe genießen oder sich einfach nur mal schnell was zwischen die Kiemen schieben. Mit dem Bumsen ist es ganz genau so und die heutige Nummer war wirklich nur ein Imbiß. Natürlich war es immer noch besser als eine Schwanzmassage und in sofern kann ich froh sein, denn es hätte schlimmer kommen können.

Ich bin immer noch in Vietnam

Heute gegen ein Uhr bin ich in Hué angekommen und hab‘ mich gleich im erst besten Hotel einquartiert. Wenn man hier im Touristenviertel ankommt, hat man den Eindruck, als ob die ganze Stadt nur aus Hotels und Restaurants besteht.
Wenn man hier nach Sonnenuntergang als Mann alleine spazieren geht, wird man sofort von einem Motorradtaxifahrer angesprochen. Die Typen sind supernervig und man wird die nicht mehr wieder los. Alle wollen Lady Bumbum und good Massage verkaufen und sind dermaßen penetrant, daß man diesen Ort schnell wieder verlassen will, ohne die eigentlichen Attraktionen gesehen zu haben.

Soviel zur Vorgeschichte. Es war nach Sonnenuntergang als ich zum Abendessen in ein Restaurant gehen wollte. Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, wie schlimm diese Typen auf den Motorrädern sind. Bis zum Restaurant ist es nicht weit und mir ist nur ein Fahrradrikschafahrer gefolgt. Der hat vor dem Restaurant auf mich gewartet und als ich mit dem Essen fertig war und zur Entspannung noch eine Runde laufen wollte, kam der sofort an und wollte, daß ich unbedingt mit ihm fahre denn er wollte mich zu einer guten Lady Massage bringen und das alles natürlich sehr billig. Irgendwie bin ich den los geworden und als der weg war kamen die Motorradtaxifahrer wie die Mücken auf mich zu. Vielleicht werde ich mir morgen eine Vietnamesen Maske besorgen denn Einheimische werden von denen in Ruhe gelassen.
Man kann denen nicht entkommen wenn man zu Fuß unterwegs ist. Einer hat mich so lange beackert bis ich dann schließlich nachgegeben habe und auf sein Mädchen aufgesprungen bin.
Zuerst wollte der 40 Dollar haben. Die Landeswährung heißt Dong und ich weiß nicht, welche Dollars der haben wollte. Ich hatte jedenfalls keinen einzigen Dollar bei mir. Das hab‘ ich dem zwar hundert Mal erklärt aber der fing immer wieder von seinen Dollars an. Ich war genervt und war froh, als der endlich abgehauen war. Zwei Minuten später kam der wieder und hatte eine Tussi hinten auf seinem Moped sitzen. Die sollte ich jetzt bumsen und das sollte 800.000 Dong kosten. Zur Erinnerung: In Hanoi hatte ich nur 400.000 bezahlt.
Auf der einen Seite wollte ich mal wieder bumsen aber auf der anderen Seite wollte ich das nicht auf diese Weise machen. Mir war aber auch klar, daß das hier nur so läuft und man als Tourist keine andere Chance hat, als so ein Angebot anzunehmen. Wir haben uns auf 500.000 Dong geeinigt und das sind ziemlich genau 21 Euro. Das ist vielleicht nicht viel, aber die ganze Situation war alles andere als entspannt und außerdem war ich genervt. Also bin ich zu denen auf’s Motorrad aufgestiegen und wir sind zu dritt in eine Art Hotel gefahren, in dem man sich nicht anmelden muß. Wir sind in ein Zimmer gegangen und da hab‘ ich ihm das Geld in einzelnen Scheinen gegeben. In dem Moment hab‘ ich nicht geschnallt, was der macht aber später ist mir klar geworden, was da gelaufen ist. Ich bin ziemlich sicher, daß ich ihm zuerst zwei Hunderttausender gegeben habe. Als ich dann in meinen Geldbeutel geschaut habe, um nach den restlichen dreihunderttausend Dong zu suchen, muß der wohl einen Hunderttausender gegen einen Zehntausender ausgetauscht haben. Ich hab‘ den Zehntausender genommen und ihm dafür einen Hunderttausender gegeben und so sollte das wohl auch sein. Als ich dann weiter nach Geld gesucht habe muß der wohl noch einen Schein ausgetauscht haben jedenfalls war auf einmal auch ein Zwanzigtausender in seiner Hand. Den hab‘ ich dann auch noch gegen einen Hunderttausender ausgetauscht und damit war mein Geldbeutel leer.
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist mir das vollkommen klar, aber in dem Moment hab‘ ich dem vertraut und außerdem war es dunkel und tatsächlich hab‘ ich mich schon oft mit der Anzahl der Nullen geirrt und einen Zehntausender für einen Hunderttausender gehalten. In Zukunft muß ich besser aufpassen. Wahrscheinlich hab‘ ich am Ende doch fast 700.000 Dong bezahlt und das sind knapp 30 Euro.

Die Nummer selbst war sehr kurz. Ich war mit der Tussi allein im Zimmer. Die konnte kein Englisch und ich kann kein Vietnamesisch. Sie hat mir zu verstehen gegeben, daß ich mich schnell duschen sollte. Ich hatte gedacht, daß die Tussi an meinen Geldbeutel geht, während ich unter der Dusche bin. Das wäre nicht mal schlimm gewesen denn es war ja fast nichts mehr drin aber das hat sie nicht gemacht oder wenn, dann hab‘ ich es zumindest nicht gemerkt.
Sie war mir nicht sympathisch und ich ihr wohl auch nicht aber was soll’s. Bringen wir es hinter uns.
Das war ein Kaltstart und nach spätestens fünf Minuten war ich fertig. Schnell nochmal unter die Dusche, dann anziehen und raus aus dem Zimmer.
Draußen hat der Typ mit dem Motorrad schon gewartet und wollte jetzt noch 20 Dollar haben. Jetzt geht der Zirkus schon wieder los, hab‘ ich gedacht. Ich hab‘ dem hunderttausend Mal erklärt, daß er nach Hongkong gehen muß wenn er Dollars haben will und ich keine Dollars habe aber der hat’s nicht gerafft. Der hat gesagt „Du hast doch da noch was“. „Ja, da ist was“, hab‘ ich gesagt, „Das ist eine Plastiktüte und da ist mein Handy drin“. Zum Beweis hab‘ ich die Tüte aufgemacht und das Handy raus geholt.
Ich bin dann gegangen denn von 20 Dollar war nie die Rede. Ich war aber ganz sicher, daß der mir hinterher laufen würde und hab‘ mich nicht umgedreht aber der hat’s wohl aufgegeben. Was für wiederliche Leute. Die sind keine gute Werbung für ihr Land.

Auf dem Weg zurück zum Hotel sind mir wieder drei oder vier von diesen Motorradtaxifahrern gefolgt und ich mußte erst ein paar Mal an meinem Hotel vorbei gehen, weil ich nicht wollte, daß die wissen, in welchem Hotel ich wohne. Auf die Art bin ich mindestens eine Stunde nur gelaufen und immer wenn ich gedacht habe, daß ich einen los bin, kam sofort der nächste an und fuhr mir ewig lange hinterher.

Diese Tussi war meine Nummer 49 in diesem Jahr und meine Nummer 97 seit Beginn der Zählung am 01.01.2014.

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